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| Leseprobe: |
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So
finden Sie einen Verlag für Ihr Manuskript |
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Schritt
für Schritt zur eigenen Veröffentlichung |
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Auszug
aus dem Kapitel "Agenten"
Worauf man achten sollte, wenn man sich einen Agenten sucht
Gute AgentInnen sind wählerisch
Einer der Haken an der Sache: Jemanden zu finden, der einen professionell vertritt,
ist nicht leicht. Auch Agenten haben mit Manuskriptstapeln zu kämpfen und
bekommen meist mehr Texte angeboten, als sie eigentlich möchten, wenn auch
längst nicht so viele wie ein Verlag. Aus diesem Grund machen die guten selten
Werbung für sich selbst. "Die meisten Autoren kommen über persönliche
Empfehlungen", beschreibt das der Münchner Agent Thomas Montasser. "Das
geht ziemlich schnell, daß man empfohlen wird, wenn man etwas in irgendeiner
Weise gut macht. Es lief auch so, daß ich mir Themen ausgesucht habe und
mir den Verlag dazu ausgeguckt habe, weil die eine Riesenlücke im Programm
hatten, und bin dann übers Thema Autoren angegangen. Was ich bewußt
nicht mache, nie gemacht habe und nie machen werde, ist, eine Anzeige zu schalten,
wie das einige Kollegen tun - und meistens die Kollegen, zu denen man besser nicht
geht."
AgentInnen vertreten natürlich nur die Autoren, deren Texte ihnen verkäuflich
erscheinen oder so gut gefallen, daß sie sich dafür einsetzen möchten.
Die Chancen, zur Vermittlung angenommen zu werden, sind jedoch nicht ganz so verheerend
schlecht wie die, mit einem unverlangten Manuskript bei einem Verlag zu ´landen´.
Eine Agentin hat mir gesagt: "Wenn ich Mängel sehe, die mit einem
guten Lektorat zu beheben sind oder durch eine Überarbeitung durch den Autor
selbst, dann gebe ich dem Autor schon nochmal eine zweite oder dritte Chance,
eher als der Lektor das machen würde, der genau weiß, man könnte
es retten, aber er hat die Zeit nicht."
Wenn ein Agent 10 % aller Manuskripte, die ihm zugeschickt werden, zur
Vermittlung annimmt, dann ist das schon viel. Diese Vorselektion ist
wichtig, da sie die Lektorate der Verlage entlastet. Wenn ein Lektor
einen bestimmten Agenten kennt und weiß, daß das, was ihm
kommt, meist gut und brauchbar ist, dann wird er diesen Texten deutlich
mehr Aufmerksamkeit schenken als der unverlangten Einsendung eines
Nachwuchsautors. Verständlich wird diese strenge Auswahl auch,
wenn man bedenkt, daß Agenten eine Menge Zeit, Porto-, Telefon-
und Fahrtkosten in AutorInnen investieren, bevor sie für ihre
Bemühungen auch nur einen Cent sehen, und sie dieses Geld ja auch
wieder hereinholen wollen. Es ist nicht gesagt, daß sich ihre
Investition überhaupt lohnt, denn jedes Manuskript zu vermitteln
schafft keine Agentur. Normal ist eine Erfolgsquote zwischen 20 % und
80%. Das heißt für Sie, daß einen Agenten zu haben
noch keine Garantie dafür ist, daß Ihr Text auch einen
Verlag findet. Meist dauert es einige Monate, bis ein Text vermittelt
ist, bei schwierigeren Fällen kann es ein Jahr oder zwei Jahre
dauern, bevor eine Zusage da ist oder der Agent aufgibt.
Eine Chance, etwas für Sie zu erreichen, hat ein Agent oder eine Agentin
nur, wenn Ihr Manuskript noch nicht weit gereist ist. Haben Sie es schon zwanzig
Verlagen angeboten, dann kann eine Agentur natürlich nicht mehr viel ausrichten.
Lag es dagegen erst bei zwei bis drei Verlagen vor, ist das meist in Ordnung.
Daher sollten Sie Ihrer zukünftigen Agentin oder Ihrem Agenten gegenüber
ganz offen sein und ihr oder ihm schon im Vorfeld genaue Informationen darüber
geben, wo Sie Ihren Text schon eingereicht haben.
Die meisten Agenturen bevorzugen eine telefonische Anfrage und bei positivem Ergebnis
des Gesprächs Exposé und Textprobe. Schicken Sie nie blindlings etwas
los, sondern vergewissern Sie sich vorher, daß Sie an der richtigen Adresse
sind, da sich die meisten Agenten und Agentinnen auf bestimmte Bereiche spezialisiert
haben.
Inzwischen haben fast alle Agenturen eine Homepage, auf der Sie sehr
viele Informationen finden, unter anderem, welche Arten von Texten
derjenige vermittelt, mit welchen Autoren und Verlagen er
zusammenarbeitet und in welcher Form er Manuskriptangebote bekommen
möchte. Dort finden Sie auch Hinweise darauf, ob die Agentur
gerade neue Autoren aufnimmt oder nicht. Klicken Sie unbedingt rein,
bevor Sie anrufen oder mailen!
Seriöse AgentInnen suchen zwar aktiv nach AutorInnen, doch meist
sehr dezent - indem sie sich auf Literaturwettbewerben, bei Lesungen
und Literaturstammtischen sehen lassen und dort mit den Leuten
sprechen. Bei den schwarzen Schafen der Branche gilt dagegen die
Devise: "Je lauter, desto besser." Eine berüchtigte große
"Agentur" macht mittlerweile sogar Werbung auf Taxis. Um ganz
sicherzugehen, sollten Sie, bevor Sie einer Agentur Texte von Ihnen
geben, dort anrufen, sich nach den Konditionen erkundigen und eine
Referenzliste schicken lassen. Diese Referenzliste sollten Sie
stichprobenartig überprüfen. Sandra Haußer, die
Erzählungen für Kinder schreibt, ließ sich von besagter
Agentur in München unter Vertrag nehmen, nicht zuletzt, weil das
Unternehmen eine beeindruckende Referenzliste mit Vermittlungen an
große Verlage aufweisen konnte. "Gleich mit seinem ersten Brief
kam ein dicker Packen Werbematerial, er schrieb ´Schicken Sie mir
den Text doch mal.´ Dann habe ich was ganz witziges probiert.
Überall da, wo stand, das erste Buch des Autors Soundso hätte
er vermittelt, habe ich versucht die Adressen rauszukriegen und habe
sie angeschrieben, ob sie der Meinung sind, daß das der richtige
Agent ist. Der eine hat zurückgeschrieben, daß er sein
erstes Buch gar nicht durch diesen Agenten veröffentlicht hat, das
hat er wohl mehr oder weniger selber auf die Beine gestellt, und er
wundert sich, wie er in diese Werbeunterlagen kommt. Er wäre zwar
mal bei ihm gewesen, aber diese Veröffentlichung hätte er
mehr oder weniger selbst organisiert."
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