Endlich groß

Raphael kommt in die Schule

Raphael ist schon ein Vorschulkind! Seinen Schulranzen bekommt er zum Geburtstag, ein Schnuppertag in der Schule findet statt und im Kindergarten werden Schultüten gebastelt. Dann ist es endlich so weit: der erste Schultag ist gekommen! Ein Bilderbuch für alle Kinder, die es kaum erwarten können, in die Schule zu kommen.

Ursprünglich hieß meine Geschichte „Endlich groß! Raphael kommt in die Schule“… und da der ganze Text auf dieser Grundidee des Großseins aufbaut, war ich von dem neuen (arg nüchternen) Buchtitel nur mäßig begeistert. Aber das Buch selbst mag ich immer noch sehr. Die Hauptfigur gibt es übrigens wirklich, er ist der Sohn von Freunden von uns… und wahnsinnig stolz auf „sein“ Buch!

Sylvia Englert (Text)
Regine Altegoer (Illus):
Raphael kommt in die Schule
ArsEdition, München 2009, 32 Seiten, 12,95 Euro


Leseprobe: Raphael kommt in die Schule

Raphael ist größer als die meisten anderen im Kindergarten. Und schneller rennen kann er auch. Trotzdem sagt Nikolas, der nebenan wohnt und schon acht ist, manchmal zu ihm: „Wer du erst mal groß!“ Das ärgert Raphael sehr. Er läuft die Treppe zum Keller hinunter. Dort in seinem Arbeitszimmer sitzt Papa und sortiert irgendwelche Papiere mit vielen Zahlen.
„Papa, wann bin ich endlich groß?“ fragt Raphael.
„Na, wenn du dein eigenes Geld verdienst“, brummt Papa und vertieft sich wieder in seine Papiere.

Darüber muss Raphael nachdenken. Ein bisschen was hat er schon verdient. Als er mit Benny, Finn und Melissa auf dem Bürgersteig vor ihrem Haus einen Flohmarkt gemacht hat. Zählt das schon? Wenn nicht, dann kann er vielleicht auf einer Baustelle aushelfen. Das macht bestimmt Spaß! Oder er könnte als Straßenmusikant auftreten, schließlich geht er schon seit Jahren zur Musikschule. „Ich arbeite ab jetzt als Straßenmusikant“, sagt Raphael. Doch Papa lächelt nur.

Raphael fragt lieber noch ein paar andere Leute, wann man groß ist. „Wenn man wählen gehen darf“, sagt Frau Müller von nebenan.
„Wenn man den Führerschein und ein eigenes Auto hat“, sagt der Mann an der Tankstelle.
„Wuffhuff“, sagt der Nachbarshund.
Raphael ist enttäuscht. Bis er den Führerschein machen oder wählen gehen darf, dauert es noch ewig. Tausend Jahre mindestens.

Niedergeschlagen geht Raphael zurück nach Haus. Dort fällt ihm ein, dass er seine Mama noch gar nicht gefragt hat, wann man endlich groß ist.
„Ist doch klar“, sagt die. „Wenn du zur Schule gehst und richtig gut lesen und schreiben lernst, gehört du zu den Großen.“
Endlich eine Antwort, die Raphael gefällt. Schließlich kommt er im Herbst in die Schule! Ein bisschen lesen kann Raphael auch schon.
„Wann gehen wir eigentlich meine Schulsachen kaufen?“ fragt er. Er weiß schon genau, wie sein Ranzen aussehen soll.

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